

Warum heißt es „Mittelaltermarkt am Osnabrücker Ringwall“?
Viele Osnabrücker wissen es nicht: Im Mittelalter zog sich rund um die Stadt ein mächtiger Doppelwall – eine Verteidigungs- und Grenzanlage, die als Landwehr, Friedwall oder auch Ringwall (siehe rote Linie auf dem Bild) bezeichnet wurde. Sie verlief in einem Abstand von etwa 1,5 bis 4,5 km außerhalb der alten Stadtmauer.
Diese Anlage schützte Osnabrück und sein Umland – ein echter, historisch belegter Schutzring. Und genau in dieser historischen Zone liegt unser Veranstaltungsgelände. Der Name „Ringwall“ ist deshalb bewusst gewählt – historisch wie symbolisch.
1. Der Landwehrring um Osnabrück
Die Friedwall- bzw. Landwehranlage war teils bis zu 40 Meter breit, dicht bewachsen mit dornigen Sträuchern wie Weißdorn, Schlehe und Brombeere, durchzogen von Gräben und Wällen. Es gab nur wenige, gesicherte Durchgänge – bewacht von sogenannten Baumschließern oder Törnern:
„Der Landwehrring hatte nur wenige Durchlässe an den Hauptzufahrtsstraßen zur Stadt, die durch Schlagbäume gesichert waren und vom „Baumschließer“ bewacht wurden. Dieser wohnte entweder im „Baumhaus“ oder als „Törner“ in der Wartturmanlage. Die einzig überkommene Anlage ist der Wulfter Turm, der den Typ dieser Landwehrtürme nun repräsentiert.“
Unsere Veranstaltung in Sutthausen liegt direkt an einem solchen historischen Abschnitt – in unmittelbarer Nähe zum Wulfter Turm, dem einzigen noch erhaltenen Turm dieser Verteidigungsanlage. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert und sicherte einen der wenigen Durchlässe durch die Landwehr.
2. „Ringwall“ – mehr als ein historischer Begriff
Der Begriff „Ringwall“ ist nicht nur regional bedeutsam: Er verweist auch auf ältere, kreisförmige Wallanlagen, die als Befestigungen, Kultstätten oder Versammlungsorte dienten. Damit steht er sinnbildlich für Schutz, Zusammenhalt, Begegnung und Erinnerung – Werte, die wir auf unserem Markt lebendig werden lassen.
So wird aus einem alten Begriff ein Ort des Erlebens:
Ein mittelalterliches Fest – eingebettet in eine Landschaft, deren Geschichte man noch heute spüren kann.
3. Unser Veranstaltungsort – Ringform zum Erleben
Der Mittelaltermarkt findet auf dem Gelände der Nahner Waldbahn statt – einer oval angelegten Grasbahn für Motorradrennen. Von oben betrachtet erinnert diese Anlage deutlich an einen Ring: wie ein Ringwall.
Besonders eindrucksvoll ist der Eingangsbereich in der Westkurve: Dort erhebt sich ein etwa 2,5 m hoher Erdwall, der den Zugang rahmt. Nur eine Senke unterbricht ihn – genau dort betritt man das Gelände. Dadurch entsteht visuell und atmosphärisch der Eindruck, als würde man eine historische Ringwallanlage durch ein Tor betreten.
Das ist kein Zufall, sondern Teil der Wirkung unseres Konzepts.
4. Der Raubritter Buck – eine lebendige Legende
Auch die Geschichte des Raubritters Buck, der dem alten Geschlecht der Wulftaner entstammte und außerhalb des Landwehrrings sein Unwesen getrieben haben soll, gehört zu diesem Ort. Diese Legende bringen wir beim Markt im großen Ritterturnier szenisch zum Leben – mit Spektakel und echtem regionalem Bezug.
Fazit
Der „Ringwall“ ist nicht nur ein Name:
Er ist ein historisch belegter Schutzring, ein Symbol mittelalterlicher Ordnung – und ein Schauplatz echter Osnabrücker Geschichte.
Unser Markt holt dieses fast vergessene Kapitel zurück ins Bewusstsein: mit Handwerk, Musik, Reitkunst und lebendigem Erleben.